Schutz und Diagnostik

Das Inobhutnahmeangebot, das wir als Träger für die Bundesstadt Bonn vorhalten, besteht aus Angeboten im Intensiv- und im Regelbereich. Durch dieses sehr differenzierte Inobhutnahmesystem haben wir die Möglichkeit Schutz und Perspektiven für Kinder und Jugendliche ebenso anzubieten, wie für Säuglinge und Kleinkinder.
Zu den Intensivpädagogischen Angeboten gehören KIDZ, KIDZ Mini sowie das Ev. Axenfeldhaus.
Die Zufluchtstelle für Mädchen, die Jugendschutzstelle Münsterstraße sowie die - begleitete - Inobhutnahme für Kleinkinder und Säuglinge komplettieren das Schutzsystem.


Kriseninterventions- und Diagnosezentrum - KIDZ und KIDZ Mini in Bonn

KIDZ - entwickelt Perspektiven für Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihres herausfordernden, selbst und/oder fremdgefährdenden Verhaltens zu Grenzfällen zwischen Jugendhilfe, Justiz und Kinder- und Jugendpsychiatrie werden.
KIDZ bietet verbindliche Formen der Pädagogik und einen gruppalen Rahmen, der sich durch eine strukturierte Tages- und Freizeitplanung auszeichnet.
Ein multiprofessionelles Team arbeitet in hoher Personaldichte, um dem Erfordernis "gruppaler, funktionierender Alltag" und "individuelle Krisenberuhigung und Diagnostik" Rechnung zu tragen.
Integrierte Beschulung und tiergestützte Pädagogik gehören ebenso zum Konzept wie trägerinterne kinder- und jugendpsychiatrische, psychologische und therapeutische  Dienste.
Bei selbst- oder fremdgefährdendem Verhalten von Kindern und Jugendlichen bietet KIDZ die Möglichkeit einer zeitlich begrenzten geschlossenen Betreuung.


Ev. Axenfeldhaus in Köln

Mit Standort in Köln-Porz bietet das Evangelische Axenfeldhaus ebenfalls sehr differenzierte Möglichkeiten der Krisenintervention und Diagnostik für junge Menschen, die sich im Spannungsfeld zwischen Familie, Jugendhilfe, Psychiatrie und Justiz bewegen.

Das Ev. Axenfeldhaus gliedert 15 Plätze für Kinder im Alter ab 10 Jahren in

Die Wohneinheiten können den situativen Erfordernissen entsprechend koedukativ, wie auch in homogener Struktur geführt werden. Die enge Verzahnung der verbindlichen sozialpädagogischen Arbeit mit der psychologischen sowie kinder- und jugendpsychiatrischen Arbeit verstehen wir als wesentlichen Bestandteil des Konzepts.


Begleitete Inobhutnahme

Das Lindgren-Haus bietet Mutter-Kind Plätze für junge Frauen, deren Leben sich durch Schwangerschaft, eigene Erkrankung oder ungewöhnliche Belastung in einer Krise befindet und die einen hohen Unterstützungs- und Klärungsbedarf haben. Sozialpädagogische Fachkräfte sind rund um die Uhr ansprechbar. Sie tragen den besonderen Bedürfnissen der Krisenintervention und Perspektivklärung Rechnung, fördern und unterstützen gleichzeitig in allen Belangen eines Mutter-Kind-Alltages.


Inobhutnahme Kinder

Bei uns finden Kinder und Jugendliche, die einer akuten Gefährdung ausgesetzt
sind, einen sicheren Ort, ein schützendes Dach. Die Jüngsten unter ihnen, im Alter zwischen ca. drei bis zum achten Lebensjahr, finden diesen Schutz im Lindgren-Haus, das auch auf die Bedürfnisse von Kleinkindern u.a. durch einen großen Garten, Tobe- und Kreativräume sowie jede Menge Spiel und Bewegungsmöglichkeiten zur Förderung ausgerichtet ist.


Jugendschutzstelle Münsterstraße

Die Jugendschutzstelle bietet zu jeder Tages- und Nachtzeit Schutz und Hilfe für Minderjährige in Notsituationen. Jugendschutzstellenarbeit ist das Regelangebot der Inobhutnahme für Kinder und Jugendliche. Die vorübergehende Aufnahme in einer sicheren Umgebung (Obhut), soll eine akute Krise oder Gefahr abwenden. Leitgedanke aller Handlungen der Inobhutnahme ist die Klärung weiterer Perspektiven, ohne dass ähnlich überfordernde oder gefährdende Krisen erneut auftreten.


Mädchenzuflucht

Zuflucht beschreibt einen besonderen Schutzrahmen für Mädchen, die körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt ausgesetzt sind oder von Zwangsverheiratung bedroht werden. Um die Mädchen vor Zugriffen und Verfolgungen zu schützen, ist die Anonymität der Adresse ein wesentlicher Bestandteil unseres Angebotes. In unserer Zufluchtsstelle bieten wir vier Mädchen im Alter bis 18 Jahren diesen individuellen Schutz. Die Mitarbeitenden der Zufluchtstelle verfügen über langjährige Erfahrungen in der interkulturellen Mädchenarbeit. Sie erarbeiten Perspektiven sowohl durch ein entsprechendes Clearing, als auch durch die Weitervermittlung in eine Verselbständigungsgruppe für Mädchen mit Migrationshintergrund.


Maxi 42

Viele brauchen mehrere Anläufe, manche geben auf, aber MAXI gibt Straßenkindern eine Chance. Einen niedrigschwelligen Einstieg in den Ausstieg vom Leben auf der Straße anbieten, das ist es, was MAXI leisten will. Bis zu drei Monate dürfen die Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren hier übernachten. Von 19.30 Uhr abends bis um 10 Uhr am nächsten Morgen ist die MAXI geöffnet. Zeit zu Essen, zu Trinken, sich und die Wäsche zu waschen, fernzusehen oder mit den Sozialarbeitern über Leben und Zukunft zu sprechen. Wenn ein Jugendlicher erst einmal hier ist und regelmäßig kommt, langsam wieder Vertrauen in die (Erwachsenen-)Welt fasst, ist das ein erster Schritt, um weitergehende Hilfe annehmen zu können.


Streetwork

Streetwork richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die aufgrund ihrer persönlichen Lebensgeschichte in der Flucht auf die Straße, in „subkulturelle Szenen“ den einzigen Ausweg sehen. Herkömmliche Jugendhilfeangebote erreichen diese Jugendlichen nicht mehr. Das Gefühl im Kreise vermeintlich Gleicher zum ersten Mal im Leben gesehen und anerkannt zu werden, wiegt schwerer, als das Gefühl vor den Gefahren der Straße,...vor schlechtem Einfluss, vor Kriminalität,...vor Suchtstoffen. Die Kooperationsprojekte der Straßensozialarbeit erstrecken sich über das gesamte Bonner Stadtgebiet. Erfahrene KollegInnen suchen Kontakte, arbeiten durch persönliche Beziehung, durch Sensibilität, Verlässlichkeit, Verschwiegenheit und kontinuierlicher Präsenz in der Szene. Voraussetzung ist dabei die Freiwilligkeit des Kontaktes. Straßensozialarbeit arbeitet ganzheitlich - bietet Anregungen und Hilfen in allen Lebensbereichen.

Um Jugendlichen und jungen Erwachsenen Hilfe anbieten zu können, kooperieren wir in zwei Projekten

In Kooperation mit der Stadt Bonn, der Heimstatt und dem Sommerberg bieten wir Streetwork in Bonn an, um Jugendliche, die von Ausgrenzung bedroht und orientierungslos sind, frühzeitig zu erreichen. Ausgehend von der zentral gelegenen MAXI 42 wird die aufsuchende Arbeit im Bereich der Bonner Bahnhofsszene und der Innenstadt wahrgenommen. Interventionen und Hilfestellungen sowie die Begleitung und Vermittlung der Jugendlichen in weiterführende Hilfeangebote durch eine Person ihres Vertrauens, sind die Möglichkeiten der Streetwork.