Stabilisierung in der Inobhutnahme

Fortbildung für die Kolleg*innen des IO Bereichs

Die Fortbildung zur Stabilisierung in der Inobhutnahme setzt sich aus drei in sich abgeschlossenen Modulen zusammen und richtet sich an Mitarbeitende des Bereichs der Inobhutnahme.

Termin 02.03.2026 – In der Krise die Ruhe bewahren und rechtssicher handeln
Kinder und Jugendliche sind in der krisenhaft zugespitzten Ausnahmesituation der Inobhutnahme in großem Maße darauf angewiesen, von den Fachkräften Hilfe in Form von Halt und Orientierung zu bekommen. Für eine Stabilisierung sind verschiedene Aspekte der Alltagsplanung, der Partizipation, der Erklärung und Einordnung von kindlichen und jugendlichen Symptomen sowie die Erläuterung von relevanten Zusammenhängen erforderlich. Für eine Stabilisierungsarbeit, die über die akute Phase hinausgeht, müssen noch weitere Interventionen ergänzt werden, welche die Stress-Coping-Strategien und Selbstberuhigungsfähigkeiten der Kinder und Jugendlichen aktiv entwickeln und ausbauen. Klarheit, Ruhe, sichere Entschlossenheit und Transparenz werden als Haltung angestrebt.

Außerdem kann die Unkenntnis der rechtlichen Grundlagen oft auch pädagogisch sinnvolles Handeln durchkreuzen. Anhand von Fragen aus der täglichen Praxis soll erarbeitet werden, wie man rechtssicher den pädagogischen Alltag organisiert.

Termin 07.05.2026: Haltung und professionelle Distanz
Individuelle Haltungen setzen sich zusammen aus den Erfahrungen der Sozialisation und dem damit verbundenen Menschenbild sowie der allgemein gültigen Ethik und Moral. Eine professionelle Haltung entwickelt sich im Dreiklang von individueller Haltung, institutionell vereinbarten Werten und Grenzen sowie gesellschaftlich bestimmter Leitbilder, Gesetze etc. Professionelle Haltung entsteht im Kontext von Beobachtung, Ausprobieren, aktivem Zuhören, Aufmerksamkeit, Irritation, Anregung u.v.m.
Ziel des Moduls ist das Spannungsfeld zwischen Empathie (entwickelt aus der persönlichen Haltung) und kritischer Distanz (als Ergebnis professioneller Haltung) vor dem Hintergrund professioneller Alltagsbelastung zu betrachten und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Termin 02.11.2026: Wege in den Extremismus – Erkennen, Verstehen, Handeln

Das eintägige Seminar widmet sich den theoretischen und praktischen Grundlagen der Auseinandersetzung mit extremistischen Bestrebungen und Radikalisierungsprozessen. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis der Entstehungsbedingungen und Dynamiken extremistischer Orientierungen zu vermitteln sowie Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit entsprechenden Phänomenen aufzuzeigen. Im Rahmen der Veranstaltung werden verschiedene Formen von Extremismus und deren gesellschaftliche sowie individuelle Ursachen analysiert. Ein besonderer Fokus liegt auf der Arbeit mit realen Fallbeispielen, anhand derer die Teilnehmenden konkrete Radikalisierungsverläufe nachvollziehen und Maßnahmen zur Prävention, Intervention und Deradikalisierung erarbeiten. Das Seminar richtet sich an Fachkräfte, die in ihrem beruflichen Umfeld mit Fragen von Extremismusprävention und Demokratieförderung efasst sind. Es zielt darauf ab, die fachliche Handlungssicherheit und Sensibilität der Teilnehmenden im Umgang mit Radikalisierungstendenzen zu stärken.

Termine:
24.03.2026
 – In der Krise die Ruhe bewahren und richtssicher handeln
08.05.2026 – Haltung und professionelle Distanz
02.11.2026Wege in den Extremismus – Erkennen, Verstehen, Handeln

Uhrzeit
: 9.00 – 17.00 Uhr
Tagungsort: JUFA Hotel, Bergstraße 115, 53639 Königswinter
Referenten:
Graham Lewis, Thorsten Bölte

Haben Sie Fragen, besondere Wünsche, Vorschläge, Empfehlungen?

Antje Martens
0228 38 27-191