Wir wollen Gehört werden – zwei Jugendliche der EJG berichten

Die Veranstaltung „GEHÖRT WERDEN“ ist eine Veranstaltung des LVR und fand im Juli über zwei Tage in Duisburg statt. Sie richtete sich an junge Menschen aus Einrichtungen der Erziehungshilfe in NRW. Bei „GEHÖRT WERDEN“ geht es um die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Thema der Tagung in Duisburg war die Bedeutung der Kinderrechte und besonders das Recht auf Beteiligung und Mitsprache in stationären Wohngruppen.

L, 19 Jahre und R., 17 Jahre aus der EJG-Jugendredaktion nahmen an der Veranstaltung teil und berichten:

„Wir haben uns zur Veranstaltung „Gehört werden“ über unsere Fachkraft in der Wohngruppe angemeldet, weil wir uns in der Redaktionssitzung darüber unterhalten hatten, und wir es gut finden, dass wir uns über unsere Rechte und auch über den Übergang aus der Jugendhilfe in ein selbstständiges Leben mit anderen austauschen und unterhalten können.

Am 9. Juli sind wir bereits um 08:00 losgefahren und waren dann um 10:00 in Duisburg, wo die Veranstaltung in einer Jugendherberge stattfand. In der Jugendherberge haben wir uns auch angemeldet. Dort haben wir unser Gepäck in einem Raum gelagert, bis die Zimmer bezugsfertig waren. Bei der Anmeldung mussten wir uns auch für einen der angebotenen Workshops eintragen. 

Um 11:00 sind wir alle in die Aula und die Vertreter*innen von „Jugend-vertritt-Jugend“ haben sich vorgestellt. Das waren vier Jugendliche, zwei Jungen und zwei Mädchen. 

Um 12:30 haben wir ein Kennenlernspiel gemacht und sollten dann anhand der Zimmernummern unsere Zimmer-Partner finden. Bis dahin wussten wir nicht, mit wem wir in einem Zimmer sind. Wir beide waren dann aber glücklicherweise zusammen in einem Zimmer. A., unsere Betreuerin, war direkt im Zimmer neben uns.

Anschließend sind wir in unsere Workshops gegangen. Unser gewählter Workshop hieß: „Der Übergang nach der Jugendhilfe“. 

Bis 18:00 haben wir über das Thema unterhalten, und uns dabei besser kennengelernt und auch erzählt, warum wir in einer Wohngruppe sind. Das Miteinander in unserer Workshop-Gruppe war respektvoll, aber manchmal etwas sehr albern.

Am nächsten Tag gab es um 08:30 Frühstück, und wir gingen 09:30 wieder in unseren Workshop. Bis 13:00 haben wir nochmals zum Thema „Übergang nach der Jugendhilfe“ diskutiert und besprochen, was wir aus unserem Workshop bei der Abschlusspräsentation vorstellen werden. Wir haben auch diskutiert, wer sich traut, zu präsentieren. L, 19 Jahre erzählt: „Ich habe mich freiwillig gemeldet, aber R., 17 Jahre gebeten, mit auf die Bühne zu kommen, da sie mir dann mehr Sicherheit gibt. 

Wir haben dann erzählt, was wir in den beiden Tagen gemeinsam erarbeitet haben, und was wir für unseren Weg mitnehmen. Wir haben nochmals deutlich gemacht, dass ein konkreter Übergang aus der Wohngruppe in die eigene Wohnung fehlt. Und dass wir uns ein Pflicht-Konzept in jeder Wohngruppe wünschen, das uns erklärt und unterstützt bei dem, was alles dazu zu tun ist (Finanzen, Versicherungen, Anmeldungen etc.). Alles, was andere wahrscheinlich von ihren Eltern lernen, wenn sie zuhause wohnen.“

Beide berichten abschließend: „Uns haben die beiden Tage sehr gefallen, wir konnten auch über andere Themen sprechen, wie z.B. über das Thema Sexualität, und dass es bei manchen Fachkräften an Erfahrung mangelt, das Thema einfach und klar zu erklären. Und auch, dass bei HPG-Gesprächen einiges schiefläuft. Dazu gab es auch eine eigene Workshop-Gruppe, die dazu sogar ein lustiges Video gedreht hat.“

L, 19 Jahre führt aus: „Manchen Themen wurde mehr Aufmerksamkeit als anderen geschenkt, und ich hätte mir mehr Aufmerksamkeit zu unserem Thema „Care-Leaver, der Übergang nach der Jugendhilfe“ gewünscht. Sicherlich hört es sich nicht so aufregend an, aber es ist grundlegend wichtig und beschäftigt uns. Es macht auch Angst, irgendwann allein zu wohnen, alles selbst zu regeln und auf sich allein gestellt zu sein.“ 

„Abschließend wollen wir betonen, dass es wichtig ist, seine Kinderrechte zu kennen und sich selbst für unsere/eigene Belange in der Jugendhilfe einzusetzen. Deshalb war diese Veranstaltung mehr als gut, denn wir alle wollen „GEHÖRT WERDEN“.“