Jugendredaktion EJG: „Eine Zeitung von Kindern für Kinder“
Ende 2024 wurde die EJG-Jugendredaktion gegründet und die jungen Menschen brachten die erste Jugend-Zeitung für Kinder und Jugendliche heraus, die bei der EJG betreut werden. Die Mitglieder der Jugendredaktion berichten im folgenden Artikel über die Entwicklung der Zeitung inkl. der Einübung demokratischer Abläufe, Strukturen sowie Einsatz argumentativer Fähigkeiten und sozialer Kompetenzen.
Der Artikel wurde verfasst von Mitgliedern der EJG-Jugendredaktion, das sind heute: L, 7 Jahre, F, 12 Jahre, R., 17 Jahre, L. 19 Jahre
L. 19 Jahre berichtet: „ich habe mich im letzten Jahr mit einer Mitarbeiterin der EJG auf dem Campus unterhalten, als ich ihr dabei half, die Postkartensets für die Kalender-Wettbewerbsaktion zusammenzustellen. Da entstand die Idee, eine eigene Jugendzeitung auf dem Campus herauszubringen.“
Der erste Termin fand im November 2024 statt, damals war wir nur drei Redaktionsmitglieder, d.h. also die Gründungsmitglieder: L, 19 Jahre, R.,17 Jahre und L., 14 Jahre.
Als Erstes haben wir überlegt, wie die Zeitung aussehen soll, und wie sie heißen soll. Es war uns wichtig, dass sie „kindgerecht“ gestaltet und aufgebaut ist. Deshalb arbeiten wir bis heute mit vielen Grafik- und Kreativ-Elementen wie eigenen Zeichnungen, jeweils passend zu unseren Themen und Artikeln.
Bzgl. des Namens für die Campus Jugendzeitung haben wir in der Redaktionssitzung ein Brainstorming durchgeführt. Im Anschluss haben wir die Namensliste nochmals bewertet und deutlich gekürzt, um die mögliche Auswahl übersichtlicher zu gestalten. Die übrig gebliebenen Namen haben wir dann für alle Kinder und Jugendlichen in den Gruppen auf dem Campus zur Wahl gestellt.
Da sich leider kein Name als klarer Favorit bei der Wahl herausstellte, und aus unserer Sicht teilweise auch „Blödsinn“ genannt wurde, haben wir den Namen dann doch selbst ausgewählt. So entstand der Name „To-Go-Zeitung“.
In einer weiteren Redaktionssitzung haben wir außerdem die Schrifttypen sowie die Farben und das Layout für unsere Zeitung festgelegt. L, 19 Jahre, hat sich an einem Wochenende mit L., 14 Jahre zusammengesetzt und ein Logo entwickelt, das bekannte „Godesschweinchen“, das seither auf jeder Seite der „To-Go Zeitung“ auftaucht.
Da wir unbedingt noch vor Weihnachten die erste Ausgabe herausbringen wollten, hat R., 17 Jahre in den Wohngruppen eine Umfrage zum Thema Weihnachten und den unterschiedlichen Traditionen und Wünschen dazu durchgeführt. Den Satz und die grafische Darstellung der Ergebnisse der Umfrage via Christbaumkugeln hatte R. dann mit der EJG-Mitarbeiterin überlegt und umgesetzt.
Im Zeitablauf haben sich die Mitglieder der Redaktion häufig geändert, L., 14 Jahre, zum Beispiel die Wohngruppe gewechselt und die Einrichtung verlassen, nur R., 17 Jahre und L., 19 Jahre sind bis heute konstant mit dabei. L, 13 Jahre kam nach dem Auszug von L., 14 Jahre neu in das Redaktionsteam und als sie später wegen anderer wichtiger Termine parallel zum Redaktionstermin nicht mehr teilnehmen konnte, kam F., 12 Jahre dazu, die bis heute mit dabei ist. Die Jugendschutzstelle schickt außerdem immer wieder mal Kinder in die Sitzung, die neu in der Jugendschutzstelle sind und sich gerne beteiligen wollen.
Wenn zu viele „Neue“ gleichzeitig dazu kamen, wurde es teilweise sehr unruhig in den Redaktionssitzungen. L., 19 Jahre, hatte deshalb Regeln vorgeschlagen, und in der nächsten Redaktionssitzung haben wir alle gemeinsam die Regeln zur Zusammenarbeit aufgestellt. Die Regeln wurden schriftlich festgehalten und diese werden, sofern nötig, neuen Mitgliedern in den Sitzungen vorab erklärt.
Seither haben wir immer wieder Kinder, die die Einrichtung nach ein paar Wochen wieder verlassen, aber bis dahin bereits einige Artikel für die Jugendzeitung verfasst haben.
Nur L. 7 Jahre, die ursprünglich aus der Jugendschutzstelle in die Redaktion kam und inzwischen in eine EJG-Wohngruppe wechselte, ist noch immer mit dabei und festes Redaktionsmitglied. Sie wird dazu von ihrer Wohngruppe jede Woche zum Campus gefahren, damit sie bei uns teilnehmen kann.
Im Redaktionsteam kam von uns der Wunsch auf, andere Snacks statt „nur Kekse“ in den Sitzungen aufzutischen. Einige von uns kommen beispielsweise direkt nach der Schule oder dem Praktikum zum Redaktionstreffen und bringen einen leeren Magen und ordentlich Appetit mit. Die Einkaufswünsche wie z.B. mehr „Gesundes“ wie Obst wurden adressiert und umgesetzt, später kamen noch harte Eier und Knäckebrot sowie Frischkäse dazu.
In den ersten Wochen der Jugendzeitung haben wir viel über Veranstaltungen auf dem Campus geschrieben, wir wurden auch schon mal kurzfristig zwecks Reportage zum Beispiel zu einem Kartenspielturnier eingeladen.
Später kamen neue Themen hinzu, wie Inhalte zum Alltag auf dem Campus-Gelände. Wir verfassen inzwischen auch ernstere und gesellschafts- sowie sozialpolitische Themen, mit durchaus kritischen Inhalten wie z.B. Mobbing, Praktikum, Abhauen bzw. Ausreißen aus den Wohngruppen, Umweltthemen, Tierschutz, Jugendamt. Darüber hinaus berichten wir über persönliche Bereiche wie Geburtstagsfeiern, Gruppenausflüge und Sommeraktivitäten, dem Besuch beim Zahnarzt oder der gemeinsamen Osterfeier in der Jugendschutzstelle.
Ich, L., 19 Jahre finde wichtig, dass die Inhalte in unserer „To-Go-Zeitung“ so gewählt sind, dass sich die Kinder & Jugendlichen auf dem Campus mit ihren Alltagsproblemen und -themen wiederfinden. Die Zeitung hat für uns außerdem einen sozialen Mehrwert.
F, 12 Jahre ist es wichtig, dass wir uns wie ein Team fühlen. Man muss sich viel einigen, sagt sie. Das gehört mit dazu. Eine gemeinsame Lösungsfindung für Probleme ist uns wichtig.
L., 7 Jahre, unsere Jüngste, möchte unbedingt weiter in der Redaktionssitzung mitmachen. Es macht ihr einfach Spaß, erzählt sie. Und sie malt gerne Situationen mit Katzen, passend zu unseren Themen.
R., 17 Jahre legt zusätzlich Wert darauf, dass in unseren Berichten betroffene Personen nicht beim Namen genannt werden, damit die Zeitungsartikel niemandem unangenehm werden, und wir über alle Themen offen sprechen können.
Seit Beginn treffen wir uns nun jede Woche für eineinhalb Stunden. Wir wollten uns unbedingt regelmäßig und zeitnah zusammensetzen, um an unseren Themen zu schreiben oder uns neue Inhalte zu überlegen. Manchmal bringen wir auch unsere Artikel mit, die wir in der Gruppe allein geschrieben haben und teilen sie dann mit den anderen. Dabei können die Artikel jederzeit von den anderen auch um weitere Sichtweisen ergänzt werden.
Auch wenn wir uns wöchentlich treffen, sind nicht alle Treffen gleich produktiv. Manchmal sind wir zu müde oder wollen uns einfach nur über Themen unterhalten, die uns beschäftigen. Aber auch das ist in Ordnung.
Jedes Kind oder jeder Jugendliche, der bei uns lebt und Lust hat mitzumachen, ist willkommen. Das Alter ist egal. Voraussetzung für uns ist, dass der/diejenige der Lust hat, gemeinsam etwas für die Zeitung zu schreiben, sich an die Regeln hält und sich eineinhalb Stunden konzentrieren kann, ohne zu stören.
Nach dem Motto: „Eine Zeitung von Kindern für Kinder !!!!!!“

