"Lebe das, was du vom Evangelium begriffen hast und sei es noch so wenig."

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"Lebe das, was du vom Evangelium begriffen hast und sei es noch so wenig."

Dieses Zitat hat mich neulich über facebook erreicht. Und es hat mir sehr gut gefallen.

Angeblich gibt es 2,6 Milliarden Christen auf der Welt. Es gibt dabei ein paar unterschiedliche Gruppierungen, die Katholische Kirche, die Protestanten, die Orthodoxe Kirche, einige Freikirchen und noch viele andere mehr, dazu auch noch Gemeinschaften, die sich christlich nennen, aber von den anderen nicht anerkannt werden. Alle beziehen sich auf die Bibel, auf unterschiedliche Art und Weise. Für alle spielt Jesus Christus eine zentrale Rolle, aber sein Leben und seine Lehre werden zum Teil recht unterschiedlich verstanden. Das gilt nicht nur für die verschiedenen Konfessionen, sondern verhält sich auch innerhalb einer Glaubensgemeinschaft so.
Auch das Ausleben des Glaubens sieht sehr unterschiedlich aus. Vom strikten Klosterleben, über die Jesusfreaks hin zu einem eher glaubensfernen Leben ist alles vertreten. Trotzdem nennen sie sich Christen. Was vereint diese 2,6 Milliarden Menschen, die aus völlig verschiedenen Kulturen mit völlig verschiedenen Hintergründen und Lebenskonzepten versuchen ihr Leben zu meistern?

Das Evangelium. Die gute Nachricht.

Doch wo genau steht sie? Diese gute Nachricht? Ist es ein Satz? Ist es das, was uns das Leben Jesu Christi lehrt? Ist es das, was hinter all dem steht? Verstehen ALLE Christen das Gleiche darunter?

Was ist das Evangelium für Sie?

Für mich ist es die Gewissheit, dass Gott uns liebt. Damit wir das nicht nur lesen, sondern auch erfahren können, ist Gott in Jesus Christus als Mensch zu uns gekommen und hat uns gezeigt, was das eigentlich bedeutet, dass Gott die Menschen liebt. Und was es bedeuten könnte, wenn wir alle das ernster nehmen würden.
Das ist nur ein Teilaspekt des Evangeliums, Begriffe wie Barmherzigkeit, Gnade, Erlösung, Heil und Ewiges Leben kommen darin nicht vor. Nicht, weil ich es nicht auch darin finden könnte, aber vielleicht schon, weil Teile von mir es nicht ganz begreifen können. Der Satz von Frère Roger kommt mir da gerade Recht: "Lebe das, was du vom Evangelium begriffen hast und sei es noch so wenig."

Die Liebe Gottes zu leben und somit weiter zu geben, das wäre schon was! Wenn mir das gelingen könnte, wäre ich froh und wenn ich dann auch nicht allein damit wäre, dann würde die Hoffnung für Frieden und gelingendes Leben wachsen, immer weiter könnte sie sich fortpflanzen und immer mehr Menschen könnten davon ergriffen werden… Utopie? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht, aber wenn keiner anfängt, wird es nichts werden. Und wenn es uns trotz besten Willens und bester Vorsätze nicht gelingt, dann fallen mir noch andere Teile des Evangeliums ein, die mit Verzeihen und zweiter Chance zu tun haben.

Was mir bei dem Zitat besonders gut gefällt ist, dass es so offen ist. Da lese ich keine Vorschrift: Tu dies und das! Da ist kein Wettbewerb nach dem Motto: Wer ist der bessere Christ? Wer hat mehr verstanden? Wer lebt mehr danach? Und dann ist in diesem Satz soviel Positives drin! Egal, was man verstanden hat von der Guten Nachricht, es ist es wert, danach zu leben! Das ist motivierend, das macht Lust auf mehr Beschäftigung mit dem Glauben und dem Umsetzen. Man muss sich nicht klein fühlen, weil man es eh nicht schafft, wie Jesus Christus zu leben und zu handeln! Sondern man bekommt das Gefühl, dass alles lohnenswert ist, auch das kleinste Fitzelchen, dass alles etwas zählt, auch das, was die „kleinen“ Leute leisten können!

Ich wünsche Ihnen gute Gedanken und froh machende Taten!

Iris Gronbach