Heilpädagogisch therapeutische Tagesgruppe

Heilpädagogisch therapeutische Tagesgruppe

Lernangebote erweitern Fähigkeiten

Florian ist das Sorgenkind. Schon als Kleinkind war er unruhig, konnte sich auf kein Spiel konzentrieren, suchte Streit mit seinen Geschwistern. Im Kindergarten fand er keine Freunde, weil er schnell wütend wurde, mit Spielzeug schmiss oder mit den Kindern raufte. Ein Kinder- und Jugendpsychiater stellte eine Störung im Sozialverhalten fest. Durch eine Spieltherapie veränderte sich Florians Verhalten. Seine Wutanfälle wurden deutlich weniger und er lernte, sich besser zu konzentrieren. Als Florian eingeschult wurde, trennten sich seine Eltern. Florian blieb bei der Mutter. Auf die Trennung reagierte er erneut mit heftigen Aggressionen. In der Schule war er unkonzentriert und zappelig, fiel den Lehrern ins Wort. Florian wurde zur Diagnostik in die Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie aufgenommen. Neben der Störung im Sozialverhalten wurden ein Hyperkinetisches Syndrom und eine Entwicklungsverzögerung diagnostiziert. Die medikamentöse Einstellung auf "Ritalin" half, seine Konzentration zu fördern. Als die Diagnostik abgeschlossen und die Wirkung des Medikamentes überprüft war, empfahlen die Ärzte, Florian in einer Heilpädagogischen Tagesgruppe anzumelden, um seine schulischen und sozialen Fähigkeiten gezielt fördern und die Mutter in der Erziehung entlasten zu können. Nach seiner Entlassung aus der Klinik, kam Florian an 5 Tagen in der Woche in die heilpädagogisch-therapeutische Tagesgruppe. Hier halfen die Mitarbeiter Florian nicht nur in schulischen Belangen, sondern setzten spezifische Lernangebote. Für Florian waren dies vor allem Lernangebote im Sport- und Kunstbereich sowie Besuche auf einem Bauernhof, die halfen, sein soziales und emotionales Erleben und damit seine Fähigkeiten zu erweitern.

Unter enger Kooperation der Lehrer und Pädagogen, konnte Florian schrittweise in seine alte Klasse reintegriert werden. Bereits nach 6 Monaten wurde er wieder voll beschult und lag mit seinen Leistungen im Klassendurchschnitt. Durch intensive Elternarbeit war es möglich beiden Elternteilen zu vermitteln, dass es auch nach einer Trennung wichtig ist, als Eltern gemeinsam Entscheidungen zu treffen, eine einheitliche Meinung zu vertreten. Regelmäßige Besuchskontakte zum Vater, der für Florian sehr wichtig ist, wurden festgelegt. Als Florian 14 Jahre alt war, hatte seine Mutter die Sicherheit zurückgewonnen, die Erziehungsarbeit allein leisten zu können.

Namen wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen geändert


Die heilpädagogisch-therapeutische Tagesgruppe fördert psychosozial und schulisch stark belastete Kinder und leistet intensive Elternarbeit. Das pädagogische Konzept ist verhaltensmodifizierend ausgerichtet, fördert individuelles Lernen in der Gruppe. Ziel ist es, die familiären Schwierigkeiten zu mindern ohne den Heranwachsenden aus seiner Familie herauszulösen. Die Zusammenarbeit und die Abstimmung zwischen den MitarbeiterInnen und der Familie sind dabei wesentliche Grundlage der Arbeit.

Die Tagesgruppe bietet Kapazität für 6 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 12 Jahren.
 

Anfrage & Beratung

Nadja Lydssan,
Frank Pfeil
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